Montag, 20. August 2012

Pussy Riot

Durch die Medien gelangte in den letzten Wochen und Monaten eine russische Punkrock Band namens „Pussy Riot“ zu weltweiter Aufmerksamkeit. Am 21. Februar diesen Jahres sangen Mitglieder dieser Band ein „Punkgebet“, wie es in den Medien genannt wird.
In besagten Gebet fordern die Protagonistinnen „Mutter Gottes, Jungfrau, verjage Putin Verjage Putin, Verjage Putin“.
Foto: Игорь Мухин
Darüber hinaus werfen sie Putin vor, er werfe „die Demonstranten in Scharen ins Gefängnis“
und dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche er solle an Gott glauben, anstatt an Putin.
Und als wäre diese Kritik noch nicht genug, fand ihr Auftritt ausgerechnet an dem wohl wichtigsten Ort der russischen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale, statt. Aber auch das nicht ohne Grund.
Die Bandmitglieder wählten nach eigenen Angaben diesen Ort ganz bewusst.
Den Aktivistinnen zufolge sei das Christentum „die Suche nach Wahrheit, nach konstanter Selbstüberwindung“. Aber genau die Wahl des Ortes brachte ihnen wahrscheinlich die Anklage wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ ein. Genau an dieser Stelle entsteht schon der erste Widerspruch aber dazu später mehr. Weiter mit dem weiteren Verlauf des Falls.
Während der Gerichtsverhandlung wurden viele Fragen, vor allem jene mit politischem Hintergrund, abgelehnt. Die Anklage hatte somit alles versucht um eine Tat mit politischem Hintergrund in eine Tat aus religiösem Hass umzuwandeln. Die drei Mitglieder der Band Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samutsewitsch wurden für schuldig befunden und zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Auf diese Urteil hin sollen sich die drei Angeklagten nur ironisch zugelächelt haben, als hätte man nichts anderes erwartet.
Der gesamte Prozess hat eine riesige Welle ausgelöst. Punkrock Bands aus aller Welt, sowie Amnesty International forderten die Freilassung der drei Moskauer Frauen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu: „Das unverhältnismäßig harte Urteil steht nicht im Einklang mit den europäischen Werten von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.“ Moskau bekannte sich jedoch zu genau diese Werten als Mitglied im Europarat.
Des weiteren merkte sie an, dass "Eine lebendige Zivilgesellschaft und politisch aktive Bürger“ eine „notwendige Voraussetzung und keine Bedrohung für Russlands Modernisierung“ seien.
Aber kommen wir zu meiner Meinung zu dem Prozess, zu dem Urteil und wie in Russland damit umgegangen wurde.
Wie vorhin schon angesprochen, sehe ich ein Widerspruch in der Anklage.
Die Damen von Pussy Riot wurden angeklagt aufgrund „Rowdytums aus religiösem Hass“, jedoch betonten die Angeklagten immer wieder, dass das nicht der Fall sei und sie entschuldigten sich auch unmittelbar im Anschluss an ihre Protestaktion bei den Gläubigen.
Während der Verhandlung wurden Fragen, die auf eine politische Tat hingeführt hätten, nicht zugelassen. Sie wurden für etwas verurteilt, was sie nicht getan hatten. Meiner Meinung nach wurden hier zwei Menschenrechte missachtet. Zum einen das Demonstrations- und Versammlungsrecht, zum anderen das Recht der freien Meinungsäußerung.
Und die Verletzung von Menschenrechten entspricht nicht den Wertvorstellungen der westlichen Welt und ist somit ein großer Rückschritt in der Modernisierung Russlands.
Meiner Meinung nach sind diese Frauen unschuldig und wären somit in dem einen Anklagepunkt freizusprechen gewesen, zum einen, weil sie wegen etwas zur Rechenschaft gezogen werden sollten und es nun ja auch sind, was sie nicht getan haben. Und zum anderen, weil sie überhaupt gar nichts verbrochen haben. In der Lagerhaft werden sie nun zusammen mit Mörderinnen und Diebinnen, sowie anderen Schwerverbrecherinnen zu 100 bis 120 Frauen in einer Baracke leben. Wahrscheinlich hunderte Kilometer von Moskau entfernt, sodass es für sie keine Möglichkeit gibt, von ihren Kindern, von denen sie nun seit mehreren Monaten getrennt sind, besucht zu werden.
Der einzige Verbrecher in diesem Fall ist meiner Meinung nach der Staat Russland.
Wladimir Putin fühlte sich als erneut gewähltes Staatsoberhaupt in seiner Autorität untergraben.
Und genau dafür wurden diese Frauen gefangen genommen. Für die Verletzung des Egos eines einzelnen Mannes!


Bis dahin,

CJ

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1 Kommentar:

  1. hi,
    ich finde es einfach völlig schwachsinnig, dass in russland leute eingesperrt werden, nur weil sie gegen putin sind. so etwas haben wir im unterricht in geschichte mal durchgenommen, wie es in russland zugeht. darüber kann ich echt nur den kopf schütteln.

    lg =)

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